Gegen eine defensive Mannschaft gewinnen Taktiken und Spielzüge (1)Fußballtaktik bei defensivem Gegner

In den 90er und frühen 2000er Jahren waren insbesondere die italienischen Mannschaften für ihre sogenannten Catenaccio Taktiken gefürchtet. Dabei wurde das Hauptaugenmerk stets auf eine gut organisierte, eng maschige Defensivarbeit gelegt, welche letztendlich durch überfallartige Konter zum Erfolg kommen sollte. Im heutigen modernen Fußball werden ausgeprägte Defensiv- und Mauertaktiken meist angewendet, wenn eine Mannschaft der anderen qualitativ deutlich unterlegen ist. Auf diese Weise versucht sie dann ihre qualitative Unterlegenheit der Einzelspieler auszugleichen, in dem sie die Spieler engmaschig im ersten Drittel ihres Feldes anordnet und eine quantitative Überlegenheit schafft.

Wie knackt man eine defensiv eingestellte Mannschaft?

Um eine defensiv eingestellte Mannschaft zu knacken ist es notwendig sich durch die numerische Überlegenheit der Gegenspieler im letzten Spielfelddrittel zu kämpfen. Da sich in diesem Bereich der Großteil der Gegenspieler aufhalten wird, ist es sinnvoll das Spielfeld möglichst breit zu machen. Das heißt, dass man die offensiven Flügelspieler möglichst weit außen an der Seitenlinie positionieren sollte. Da der Gegner diese Spieler decken werden muss, werden einzelne Verteidiger nach außen zu den Flügelspielern gezogen. Dadurch fehlen diese wiederum in der Mitte und dort ist mehr Raum, in dem man spielen kann um mit schnellen Kombinationsfußball zum Erfolg zu kommen. Grundlegend für den Sieg über eine defensiv eingestellte Mannschaft ist zudem ein ballbesitzorientierter Fußball und Geduld. Es ist wichtig, dass die Spieler die Ruhe bewahren, auch wenn das Spiel lange 0:0 steht. Ein blindes oder unüberlegtes nach vorne Rennen führt in der Regel rasch dazu, dass der Gegner über einen schnell gespielten Konter zum Erfolg kommt.

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Elemente einer Offensivtaktik im Fußball (1)Im Fußball gibt es sehr viele unterschiedliche Ansätze für ein erfolgreich offensiv gestaltetes Spiel. Grundsätzlich sollte eine Offensivtaktik stets von den Stärken der eigenen Mannschaft und der ihrer individuellen Spieler abhängig sein. In einem zweiten Schritt sollte man dann auch mit einfließen lassen, in welchem Bereich der Gegner seine Schwächen hat und inwiefern man diese zu seinen Gunsten ausnutzen kann.

Wie sieht das dann im Detail aus?

Zunächst sollte man einschätzen für wie stark man seine eigene Mannschaft im Bezug zur gegnerischen Mannschaft hält. Wenn man davon ausgeht, dass die generische Mannschaft der eigenen qualitativ deutlich Überlegen ist, so macht es beispielsweise wenig Sinn mit drei Stürmern zu operieren, da es zweifelhaft ist, ob man den Ball überhaupt bis zu diesen nach vorne gespielt bekommt. In einem solchen Fall würde es viel eher Sinn machen mit einem schnellen Stürmer zu spielen, welcher in entscheidenden Situationen auf den steil gespielten Diagonalball wartet und so zum Erfolg kommt. Dazu ist jedoch ein schnelles Umschaltspiel nötig. Das heißt, dass bei Ballverlust des Gegners unmittelbar die eigene Offensivaktion mit möglichst wenig Kontakten eingeleitet werden muss. Nur auf diese Weise ist es möglich den Gegner zu überraschen und kalt zu erwischen. Hält man seine eigene Mannschaft jedoch für die bessere so ist es sinnvoll über einen ballbesitzorientierten Kombinationsfußball zum Erfolg zu kommen. Daher hält man lange den Ball und wartet schließlich bis sich die entscheidende Lücke in der gegnerischen Defensive auftut. Verfügt man über große kopfballstarke Spieler, so macht hier auch insbesondere ein Spiel über Flanken und lange hohe Bälle einen Sinn.

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Die Erfolge der in rot-gelben Trikots spielenden spanischen Fußball-Nationalmannschaft sprechen für sich. Sie ist amtierender Weltmeister und konnte die letzten beiden Europameisterschaften gewinnen. Somit ist sie die einzige Mannschaft, die drei aufeinanderfolgende internationale Turniere für sich entscheiden konnte und ist somit aktuell völlig verdient die Nummer 1 der FIFA-Weltrangliste. Doch welche Gründe hat dieser konstante Erfolg und welche Spielweise und Taktik zeichnen das Team von Vicente del Bosque aus?

Taktische Grundausrichtung

Seit der Europameisterschaft 2008 spielt Spanien in einem 4-1-4-1-System, welches vom damaligen Nationalcoach Luis Aragonés eingeführt wurde. Im Vergleich zum heutzutage von vielen Nationalmannschaften praktizierten 4-2-3-1-System kann dieses System als noch offensivere Variante interpretiert werden. Dabei agieren vier offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler hinter einem Stürmer. Durch hohen Laufaufwand erkennt man im System der Spanier im Mittelfeld schnelle Positionswechsel, die ihrem Spiel eine hohe Dynamik verleihen und den Gegner vor große Herausforderungen in Bezug auf die Zuordnung stellen können. Eine entscheidende Rolle in diesem System bekleidet der defensive Mittelfeldspieler. Er verbindet Abwehr und Mittelfeld, sichert die Viererkette ab und ist in vielen Situationen für die Spieleröffnung verantwortlich. Während der EM 2012 erspielten sich Xavi, Busquets, Alonso, Silva und Iniesta die begehrten Plätze in Spaniens Mittelfeld, wobei Xabi Alonso den Part des defensiven Mittelfeldspielers übernahm. Auch im Finale kamen diese fünf Spieler zum Einsatz und wurden zum wiederholten Mal Europameister. Die beindruckende Ballsicherheit und der hohe Ballbesitz wirken dabei den Risiken der offensiven Aufstellung entgegen. Kurzum zeigte Spanien auch im Finale 2012 wieder „Tiki-Taka“ vom Feinsten.

„Tiki-Taka“

Die Worte „Tiki-Taka“ oder auch „Tiqui-Taca“ stehen für einen ganz bestimmten Spielstil im Fußball. Es bedeutet übersetzt „Klick-Klack-Kugeln“ und wurde erstmals von einem spanischen Journalisten während der WM 2006 benutzt um die Spielweise der „La Furia Roja“ zu beschreiben. Charakteristisch für diese Mannschaftstaktik sind ein sehr hoher Ballbesitzanteil und ein in jedem Mannschaftsteil praktiziertes Kurzpassspiel. Darüber hinaus befindet sich fast die gesamte Mannschaft 90 Minuten lang in Bewegung, um dem Ballführenden Anspielstationen zu bieten und somit zu gewährleisten, dass der Ball ununterbrochen in den eigenen Reihen zirkuliert. In diese Ballstafetten werden oftmals auch die eigenen Verteidiger mit einbezogen, was den Gegner dazu zwingt einen sehr großen Raum abzudecken und den Spaniern wiederum Platz zum Kombinieren bringt. Auch wenn dieses Spielsystem oftmals als unattraktiv und langweilig bezeichnet wird, gibt der Erfolg dieser Philosophie recht.

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Fußball – die Verkomplizierung des einfachsten Spiels der Welt

Fußball ist das einfachste Spiel der Welt. Nein, Fußball war einmal das einfachste Spiel der Welt. Denn Fußball ist inzwischen kein Spiel mehr, sondern ein gesellschaftliches Ereignis. Die enorme Ausdifferenzierung des Spiels macht Lösungen für erfolgreiches Fußballspielen höchst attraktiv. In der Diskussion um erfolgreichen Fußball kristallisieren sich häufig vier Begriffe heraus, egal ob Kreis- oder Bundesliga.

Von hinten nach vorne

Die Verteidigungskette einer Mannschaft ist stets darauf bedacht, sich im Moment der Ballabgabe eines gegnerischen Spielers geschlossen vor dem am nächsten zum eigenen Tor postierten Passempfängers zu bewegen, um diesen ins “Abseits” zu stellen.

Pressing

Nicht nur durch eine Abseitsposition, sondern auch durch Pressing gelangt eine verteidigende Mannschaft in Ballbesitz. Das Pressing bezeichnet eine Defensivtaktik, die die Vorstufe zur Offensivaktion darstellt. Man spricht daher auch vom “Gegenpressing”, womit ausgedrückt ist, dass die Spieler einer Mannschaft nach Ballverlust im hohen Tempo auf den ballführenden gegnerischen Spieler zugehen, um möglichst zügig eine Ballerberung zu erzwingen.

Doppelpass und Flügelspiel

Der eigene Ballbesitz erfordert Variantenreichtum gegen geballte Defensive. Geschicktes Flügelspiel bietet die Möglichkeit, die Abstände zwischen Akteuren der gegnerischen Verteidigung zu vergrößern und erfolgversprechende Passmöglichkeiten zu kreieren. Gerade Außenspieler einer Mannschaft können gefährliche Flanken schlagen, wenn sie selbst bis zur Grundlinie marschieren oder den eigenen ballführenden Mitspieler hinterlaufen. Selbst wenn der Flankenlauf abgebrochen wird, bietet sich dem Spieler die Möglichkeit, mit einem Doppelpass wiederum die gegnerische Verteidigung zu verwirren. Vor allem gegen massive Deckungen eignet sich der Doppelpass, den eigenen Ballbesitz zu sichern und gleichzeitig die gegnerische Deckung aufzuweichen, weil sie enormen läuferischen Aufwand betreiben muss, um einen Doppelpass zu unterbinden.

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Verteidigung

Die Aufgabe des Verteidigers ist simpel: Verhinderung eines Gegentreffers. Dafür sollte er sich grundsätzlich mit der Mann- und Raumdeckung auseinandersetzen. Der Unterschied zwischen Mann- und Raumdeckung ist relativ leicht zu verstehen. Im Spiel sollten beide Methoden zur effektiven Abwehrarbeit angewandt werden.

Manndeckung

Die Manndeckung macht vor Allem bei starken Einzelspielern des Gegners Sinn. Beispielsweise werden oft Mittelstürmer oder starke Mittelfeldspieler gedeckt, sodass sie keine Anspielstation bieten können und für das Angriffsspiel des Gegners unbrauchbar werden. Die Manndeckung an sich ist einfach, man bleibt bei seinem Gegenspieler und versucht Pässe abzufangen oder ihn bei der Ballannahme zu stören. Man geht jeden seiner Wege mit, was vor Allem bei agilen Spielern zwar anstrengt aber effektiv ist, solange man sich diszipliniert daran hält. Daher auch der Begriff “man steht dem Gegenspieler auf den Füßen”. Die Verteidiger müssen sich bei der Manndeckung absprechen, damit die Ordnung in der Abwehr nicht verloren geht. Im Strafraum bei Standartsituationen sollten alle Gegenspieler “manngedeckt” sein.

Raumdeckung

Die Raumdeckung dient grundsätzlich zur Verhinderung von langen und Steilpässen, welche die eigene Abwehr überrumpeln könnten. Dafür verteilt die Abwehr sich so, dass der stürmende Spieler keine Chance hat am Verteidiger vorbeizuschlüpfen ohne in einen Zweikampf zu gehen. Man muss die eigenen Lücken in der Verteidigung erkennen und die entstehenden Räum zustellen, sodass man den langen bzw. steilen Pass abfangen kann oder den Stürmer in einen Zweikampfer verwickelt, in welchem man ihn stellen kann. Im Gegensatz zur Manndeckung muss man anstatt auf die Bewegung des Gegenspielers zu reagieren, selbst agieren und die Räume die der Stürmer nutzen könnte schließen.

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