Die Erfolge der in rot-gelben Trikots spielenden spanischen Fußball-Nationalmannschaft sprechen für sich. Sie ist amtierender Weltmeister und konnte die letzten beiden Europameisterschaften gewinnen. Somit ist sie die einzige Mannschaft, die drei aufeinanderfolgende internationale Turniere für sich entscheiden konnte und ist somit aktuell völlig verdient die Nummer 1 der FIFA-Weltrangliste. Doch welche Gründe hat dieser konstante Erfolg und welche Spielweise und Taktik zeichnen das Team von Vicente del Bosque aus?

Taktische Grundausrichtung

Seit der Europameisterschaft 2008 spielt Spanien in einem 4-1-4-1-System, welches vom damaligen Nationalcoach Luis Aragonés eingeführt wurde. Im Vergleich zum heutzutage von vielen Nationalmannschaften praktizierten 4-2-3-1-System kann dieses System als noch offensivere Variante interpretiert werden. Dabei agieren vier offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler hinter einem Stürmer. Durch hohen Laufaufwand erkennt man im System der Spanier im Mittelfeld schnelle Positionswechsel, die ihrem Spiel eine hohe Dynamik verleihen und den Gegner vor große Herausforderungen in Bezug auf die Zuordnung stellen können. Eine entscheidende Rolle in diesem System bekleidet der defensive Mittelfeldspieler. Er verbindet Abwehr und Mittelfeld, sichert die Viererkette ab und ist in vielen Situationen für die Spieleröffnung verantwortlich. Während der EM 2012 erspielten sich Xavi, Busquets, Alonso, Silva und Iniesta die begehrten Plätze in Spaniens Mittelfeld, wobei Xabi Alonso den Part des defensiven Mittelfeldspielers übernahm. Auch im Finale kamen diese fünf Spieler zum Einsatz und wurden zum wiederholten Mal Europameister. Die beindruckende Ballsicherheit und der hohe Ballbesitz wirken dabei den Risiken der offensiven Aufstellung entgegen. Kurzum zeigte Spanien auch im Finale 2012 wieder „Tiki-Taka“ vom Feinsten.

„Tiki-Taka“

Die Worte „Tiki-Taka“ oder auch „Tiqui-Taca“ stehen für einen ganz bestimmten Spielstil im Fußball. Es bedeutet übersetzt „Klick-Klack-Kugeln“ und wurde erstmals von einem spanischen Journalisten während der WM 2006 benutzt um die Spielweise der „La Furia Roja“ zu beschreiben. Charakteristisch für diese Mannschaftstaktik sind ein sehr hoher Ballbesitzanteil und ein in jedem Mannschaftsteil praktiziertes Kurzpassspiel. Darüber hinaus befindet sich fast die gesamte Mannschaft 90 Minuten lang in Bewegung, um dem Ballführenden Anspielstationen zu bieten und somit zu gewährleisten, dass der Ball ununterbrochen in den eigenen Reihen zirkuliert. In diese Ballstafetten werden oftmals auch die eigenen Verteidiger mit einbezogen, was den Gegner dazu zwingt einen sehr großen Raum abzudecken und den Spaniern wiederum Platz zum Kombinieren bringt. Auch wenn dieses Spielsystem oftmals als unattraktiv und langweilig bezeichnet wird, gibt der Erfolg dieser Philosophie recht.

Bildquelle: Sportwetten-Welt.com @ flickr

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